Landschaftsgärtner
 

Wagnis und Gewinn (W&G)

Bilden den abschließenden Zuschlag in der Kalkulation. Während alle vorherigen Kalkulationsschritte (Lohn, Material, AGK, BGK) reine Kosten decken, sichert dieser Aufschlag das wirtschaftliche Überleben, die Weiterentwicklung des Betriebs und belohnt das unternehmerische Risiko.

1. Die strikte Trennung von Wagnis und Gewinn

Obwohl sie meist als ein Prozentsatz (z. B. 5 % oder 10 %) genannt werden, erfüllen sie zwei völlig unterschiedliche Funktionen:

  • Das Wagnis (Kalkulatorisches Wagnis):Das ist die finanzielle Absicherung für unvorhersehbare Risiken auf der Baustelle.Dazu gehören: extreme Wetterkapriolen, unvorhergesehene Bodenverhältnisse (z. B. Fels statt Mutterboden), Pflanzenverluste (Anwuchsgarantie) oder Nachbesserungen innerhalb der Gewährleistung.

Wichtig: Das allgemeine Unternehmerwagnis (wie Insolvenz des Betriebs) darf hier nicht eingerechnet werden, sondern nur das spezifische Projektwagnis.

  • Der Gewinn:Das ist der tatsächliche Überschuss, der dem Unternehmen nach Abzug aller Kosten und Wagnisse bleibt. 

Er wird benötigt für: Investitionen in neue Maschinen (Bagger, Radlader), Eigenkapitalbildung, die Tilgung von Krediten und als Prämie für das Risiko des Inhabers.

2. Höhe der Zuschläge 

In der Praxis des Garten- und Landschaftsbaus bewegt sich der kombinierte Zuschlag für Wagnis und Gewinn meist zwischen 3 % und 10 % auf die Herstellkosten.

Bei risikoreichen Aufträgen (z. B. aufwändiger Hangverbau, schwierige Logistik in Innenhöfen) wird das Wagnis höher angesetzt.

Bei Standardarbeiten (z. B. einfache Pflegeverträge oder Raseneinsaat) fällt der Zuschlag oft geringer aus, um im Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben.

3. Wo wird W+G aufgeschlagen

In der Zuschlagskalkulation wird der Prozentsatz für W+G ganz am Ende auf die sogenannten Selbstkosten (Herstellkosten + Allgemeine Geschäftskosten) aufgeschlagen. Daraus ergibt sich der Netto-Angebotspreis für den Kunden.

4. Praxis Wissen

Der kalkulierte Gewinn gehört dem Unternehmen, nicht dem Chef privat. Der Inhaber muss seinen eigenen Lebensunterhalt bei Einzelunternehmen über den kalkulatorischen Unternehmerlohn (Teil der AGK) decken. Bei einer GmbH ist sein Gehalt ohnehin ein fester Aufwand.

Mischkalkulation bei Baustoffen vs. Lohn: 

Oft wird W+G ungleich verteilt. 

  • Auf den lohnintensiven Teil der Arbeit wird ein höherer Gewinnaufschlag gelegt. 
  • Bei teuren Materialien (z. B. Naturstein) wird der Aufschlag manchmal bewusst niedrig gehalten, um das Angebot nicht künstlich zu verteuern.
  • Rabatte oder Preisnachlässe bei harten Verhandlungen fressen im GaLaBau immer zuerst den Gewinn und das Wagnis auf. Wer 5 % Rabatt gibt, streicht oft seinen kompletten geplanten Jahresgewinn für dieses Projekt.