Maschinenkalkulation MK
Der Fuhrpark (Bagger, Radlader, Rüttelplatten) ist neben den Personalkosten der größte Kostenblock. Eine falsche Kalkulation führt entweder zu Angeboten, die nicht wettbewerbsfähig sind, oder dazu, dass der Betrieb die Maschinen unbemerkt bezuschusst.
1. Maschinenkosten
Maschinenkosten setzen sich immer aus zwei Komponenten zusammen, die strikt getrennt berechnet werden:
Feste Kosten (Fixkosten): Diese fallen immer an, selbst wenn die Maschine nur auf dem Hof steht.
- Abschreibung (AfA): Der Wertverlust pro Jahr (rechnerisch über die Nutzungsdauer verteilt).
- Verzinsung: Das im Gerät gebundene Kapital (kalkulatorische Zinsen).
- Unterbringung & Versicherung: Kosten für die Halle/den Hof, Haftpflicht- und Kaskoversicherungen.
- Steuern: Kfz-Steuern für Lkw oder zulassungspflichtige Maschinen.
Veränderliche Kosten (Variable Kosten): Diese entstehen nur, wenn die Maschine tatsächlich läuft.
- Betriebsstoffe: Kraftstoff (Diesel/Benzin), Öle, Schmierstoffe.
Reparaturen & Wartung: Reifenwechsel, UVV-Prüfungen, Ersatzteile, Verschleißteile (z. B. Baggerzähne).
2. Die entscheidenden Faktoren:
- Die Auslastung (Vorhaltezeit)
- Die gesamten Jahreskosten einer Maschine werden durch die geplanten Einsatzstunden geteilt, um den Kostensatz pro Stunde zu ermitteln.
- Das Problem: Steht ein Bagger mehr als geplant (z. B. durch Schlechtwetter oder Auftragslücken), steigen die Fixkosten pro Stunde drastisch an.
- Praxiswert: Im GaLaBau rechnet man bei Großgeräten (Bagger, Radlader) meist mit einer realistischen Auslastung von 600 bis 1.000 Betriebsstunden pro Jahr.
- Kleingeräte (Rüttelplatten, Motorsägen) haben oft deutlich weniger Stunden.
3. Maschinenkosten in der Kalkulation
Es gibt im GaLaBau zwei gängige Wege, wie die Maschinenkosten auf den Kunden umgelegt werden:
Als Einzelkosten (Direkte Zuordnung): Große Maschinen (z. B. ein 5-Tonnen-Bagger für den Erdaushub) werden direkt als eigene Position im Angebot oder über den Geräteeinsatz pro Stunde in der Teilleistung abgerechnet.
Über die Baustellengemeinkosten (BGK) oder AGK:
Kleingeräte (Akkuschrauber, Heckenscheren, Vermessungsgeräte) werden oft nicht einzeln aufgeführt. Sie werden über einen pauschalen Zuschlag auf die Lohnstunden oder als Teil der Baustelleneinrichtung erfasst.
4. Praxis Wissen
Der Bediener kostet extra: Der Maschinenstundensatz beinhaltet nur das Gerät, nicht den Fahrer. Die Lohnstunde des Facharbeiters, der auf dem Bagger sitzt, muss in der Kalkulation immer separat hinzugerechnet werden.
Kalkulatorische vs. steuerliche Abschreibung:
- Für das Angebot zählt nicht die Tabelle des Finanzamts (steuerliche AfA). Der Gärtner muss mit der tatsächlichen wirtschaftlichen Nutzungsdauer und den Wiederbeschaffungskosten rechnen, da neue Maschinen durch die Inflation meist teurer sind als die alten.
- Mieten oder Kaufen? (Make or Buy): Maschinen, die weniger als ca. 500 Stunden im Jahr laufen, sind gemietet (inklusive Transport zur Baustelle) oft günstiger als der Eigenkauf. Die Maschinenkalkulation liefert hierfür die exakte Entscheidungsgrundlage.