Landschaftsgärtner
 

Pläne

Pläne sind die verbindliche „Sprache“ zwischen Planer, Kunde und Baustelle. Ein Landschaftsgärtner muss sie  lesen und ihre Inhalte auf die Fläche übertragen können.

1. Planarten und ihre Bedeutung
Je nach Projektphase gibt es unterschiedliche Pläne mit verschiedenen Detailstufen:

  • Bestandsplan: Dokumentiert den aktuellen Zustand (vor Baubeginn) mit Gebäuden, Bäumen und Leitungen.
  • Entwurfsplan: Meist farbig; zeigt die gestalterische Idee und Materialanmutung für den Kunden.
  • Ausführungsplan: Der wichtigste Plan für den Gärtner. Er enthält alle technischen Details, Maße und Höhen.
  • Pflanzplan: Legt die genaue Position, Stückzahl und Sorte der Pflanzen fest.
  • Leitungsplan (Spartenplan): Zeigt, wo Strom-, Wasser- oder Gasleitungen verlaufen (wichtig für den Erdbau!).

2. Maßstäbe
Maßstäbe geben das Verhältnis von Papier zur Wirklichkeit an. 

  • 1:100: 1 cm auf dem Plan = 1 m in der Natur (Standard für Gartenübersichten).
  • 1:50 / 1:20: Für Details wie Treppen, Maueranschlüsse oder Terrassenmuster.
  • 1:500 / 1:1000: Für große Parks oder landschaftspflegerische Begleitpläne.
  • Werkzeug: Sicherer Umgang mit dem Dreikantmaßstab (Skalimeter).

3. Planzeichen und Legenden
Pläne nutzen eine genormte Symbolik (oft nach DIN 18005), um Informationen kompakt darzustellen:

  • Signaturen: Symbole für Bäume (Bestand vs. Neupflanzung), Böschungen, Mauern oder Belagsarten.
  • Schraffuren: Verschiedene Muster für Rasen, Pflaster, Kies oder Wasserflächen.
  • Legende: Hier wird erklärt, welches Symbol für welches Material oder welche Pflanze steht.

4. Höhenangaben und Gefälle
Höhen sind im GaLaBau kritisch, um Entwässerung und Barrierefreiheit zu garantieren:

  • Absolute Höhen (NHN): Bezug auf Meeresniveau (z. B. 450,25 m).
  • Relative Höhen (±0,00): Meist wird die Oberkante der Fertigfußbodens (OKFF) als Nullpunkt gesetzt. Alle Gartenhöhen beziehen sich darauf (z. B. -0,15 m für die Terrasse).
  • Gefällepfeile: Zeigen die Fließrichtung des Wassers an (wichtig für die Trassierung).

5. Übertragung auf die Fläche (Absteckung)

  • Bezugslinien: Festgelegte Linien (z. B. Hauswand), von denen aus alle Maße genommen werden.
  • Koordinaten: Einmessen von Punkten durch Abszissen- und Ordinatenmaße (Rechtwinkelverfahren).
  • Digitales Lesen: Umgang mit Tablets auf der Baustelle, um in digitale Pläne hineinzuzoomen oder Details abzufragen.

6. Das Aufmaß (Dokumentation)
Nach Abschluss der Arbeiten wird der Plan zum „Abrechnungsdokument“:

  • As-Built-Plan: Dokumentation der tatsächlich eingebauten Maße, falls diese vom ursprünglichen Plan abgewichen sind.
  • Flächenermittlung: Berechnen von Quadratmetern (Pflaster) oder laufenden Metern (Einfassungen) direkt aus dem Plan oder vor Ort für die Rechnung.