Landschaftsgärtner
 

Bestandsplan

Während der Ausführungsplan zeigt, was gebaut werden soll, dokumentiert der Bestandsplan den tatsächlichen Zustand nach der Fertigstellung oder vor Beginn der Planung.

1. Der Bestandsplan vor Baubeginn (Grundlage)
Bevor ein Garten umgestaltet wird, muss man wissen, was da ist. Dieser Plan enthält:

  • Vorhandene Elemente: Gebäude, Mauern, Zäune, Wege.
  • Vegetation: Alte Bäume (oft mit Stammumfang), Sträucher und Beete, die erhalten bleiben oder entfernt werden müssen.
  • Geländeform: Bestehende Höhenmeter und Gefälle.
  • Leitungen: Kanaldeckel, Wasseranschlüsse oder Stromleitungen, die im Boden liegen.

2. Der Bestandsplan nach Fertigstellung („Revisionsplan“)
Dieser Plan wird erstellt, wenn das Projekt abgeschlossen ist. Er ist besonders für die Abrechnung und die spätere Wartung extrem wichtig:

  • Oft weicht die Realität leicht vom Ausführungsplan ab (z. B. musste eine Leitung wegen eines Felsens anders verlegt werden). Der Bestandsplan zeigt, wo die Dinge wirklich liegen.
  • Verdeckte Bauteile: Besonders wichtig ist das Einzeichnen von Bewässerungsleitungen, Erdkabeln, Drainage-Rohren oder Versickerungsanlagen, die man nach dem Zuschütten nicht mehr sieht.
  • Abrechnungsgrundlage: Bei öffentlichen oder großen Aufträgen ist der Bestandsplan die Basis für das Aufmaß. Nur was im Bestandsplan dokumentiert und eingemessen ist, kann sicher abgerechnet werden.

Warum ist er für den Gärtner so wichtig?

  • Schadensvermeidung: Wenn du Jahre später mit dem Bagger kommst, sagt dir der Bestandsplan, wo du nicht graben darfst, um keine Leitungen zu kappen.
  • Gewährleistung: Er dient als Nachweis, dass bestimmte Schichten (z. B. Tragschichten) genau so eingebaut wurden, wie dokumentiert.

Zusammengefasst: Der Bestandsplan ist das "Gedächtnis" der Baustelle – er hält fest, was unter der Erde und auf der Fläche tatsächlich vorhanden ist.