Schlämmprobe
Die Schlämmprobe (oft auch als Marmeladenglas-Test bezeichnet) bestimmt die Bodenart im Gegensatz zur Fingerprobe visuell. Sie nutzt die unterschiedlichen Sinkgeschwindigkeiten von Bodenpartikeln in Wasser. Schwere Teilchen sinken schnell, leichte Teilchen schwebend langsam.
Anleitung:
- Ein hohes, gerades Schraubglas (z. B. ein leeres Gurken- oder Marmeladenglas) zu etwa einem Drittel mit getrockneter Erde befüllen.
- Grobe Steine und Wurzeln vorher aussortieren.
- Wasser einfüllen: Das Glas fast bis zum Rand mit klarem Wasser auffüllen. Optional hilft ein winziger Tropfen Spülmittel, um die Oberflächenspannung zu brechen und die Partikel besser zu trennen.
- Kräftig schütteln: Das Glas fest verschließen und mindestens eine Minute lang intensiv schütteln, bis sich alle Erdklumpen komplett im Wasser aufgelöst haben.
- Ruhen lassen und beobachten: Das Glas auf eine ebene Fläche stellen und nicht mehr bewegen. Die Bestandteile setzen sich nun in zeitlich versetzten Schichten ab.
Die 3 Schichten und ihre Absetzzeiten
Nachdem das Glas zur Ruhe kommt, sortiert sich der Boden von unten nach oben:
- Untere Schicht – Sand (nach ca. 30 Sekunden bis 5 Minuten): Die schweren, großen Sandkörner sinken sofort zu Boden und bilden das Fundament.
- Mittlere Schicht – Schluff (nach ca. 30 bis 60 Minuten): Die feineren Schluffpartikel setzen sich spürbar langsamer als eine staubige, meist hellere Schicht direkt über dem Sand ab.
- Obere Schicht – Ton (nach ca. 8 bis 24 Stunden): Die winzigen Tonminerale sind so leicht, dass sie stundenlang im Wasser schweben. Erst am nächsten Tag hat sich eine feine, dichte Tonschicht obenauf gelegt.
- Ganz oben (Wasserfläche): Organische Bestandteile (Humus, Holzsplitter, Blätter) sinken gar nicht, sondern schwimmen dauerhaft an der Wasseroberfläche.
Auswertung
Mithilfe eines Lineals lässt sich die Gesamthöhe des abgesetzten Bodens sowie die Höhe der einzelnen Schichten messen. Daraus lässt sich das ungefähre Prozentverhältnis der Bodenarten bestimmen:
- Sandboden: Die unterste Schicht macht deutlich mehr als die Hälfte des gesamten Inhalts aus. Das Wasser wird sehr schnell wieder klar.
- Lehmboden: Ein ausgewogenes Verhältnis. Sand, Schluff und Ton sind in sichtbaren, ähnlich starken Schichten übereinander gelagert.
- Tonboden: Die oberste, dichte Schicht dominiert. Das Wasser bleibt oft über Tage hinweg extrem trüb und schlammig.