Nachhaltigkeit
Im Garten- und Landschaftsbau (GaLaBau) ist Nachhaltigkeit längst kein Trend mehr, sondern ein zentraler Qualitätsstandard. Als Landschaftsgärtner musst du wissen, wie man Gärten so baut und pflegt, dass sie ökologisch wertvoll, klimaresilient und ressourcenschonend sind.
1. Biodiversität und Pflanzenwahl
Nachhaltigkeit beginnt bei der Auswahl der Lebewesen im Garten:
- Heimische Pflanzen: Verwendung von regionalen Wildpflanzen statt invasiver Neophyten, um Lebensraum für Insekten (Bienen, Schmetterlinge) und Vögel zu schaffen.
- Vielfalt statt Monokultur: Mischpflanzungen statt reiner Rasenflächen oder Thuja-Hecken fördern das ökologische Gleichgewicht.
- Trockenresistenz: Auswahl von Pflanzen, die mit dem Klimawandel und weniger Wasser auskommen (Stichwort: "Klimabäume").
2. Ressourcen- und Materialmanagement
Der ökologische Fußabdruck eines Gartens hängt stark von den Baustoffen ab:
- Regionale Baustoffe: Verwendung von Natursteinen aus der Region statt Billigimporten aus Asien (spart CO2 durch kurze Transportwege).
- Recycling-Baustoffe: Einsatz von zertifiziertem Betonbruch oder aufbereitetem Boden als Tragschicht.
- Verzicht auf Torf: Wissen über torffreie Substrate, um die Zerstörung von Mooren (wichtige CO2-Speicher) zu verhindern.
- Holzherkunft: Verwendung von heimischen Hölzern (Lärche, Robinie, Eiche) oder FSC-zertifizierten Hölzern statt Tropenholz.
3. Wassermanagement (Schwammstadt-Prinzip)
Wasser ist eine kostbare Ressource. Ein nachhaltiger Gärtner beherrscht:
- Versickerung statt Versiegelung: Einbau von wasserdurchlässigen Belägen (Porenbeton, Rasengitter, Splittfugen).
- Regenwassernutzung: Installation von Zisternen und automatischen, sensorgesteuerten Bewässerungssystemen (Tröpfchenbewässerung).
- Retentionsflächen: Anlage von Mulden, in denen Regenwasser langsam versickern kann.
4. Bodenschutz und Kreislaufwirtschaft
Der Boden ist der wichtigste CO2-Speicher im Garten:
- Erhalt der Bodenstruktur: Vermeidung von Bodenverdichtung durch schwere Maschinen.
- Kompostierung: Grünschnitt vor Ort kompostieren und als Dünger zurückführen, statt ihn teuer zu entsorgen.
- Verzicht auf Pestizide: Wissen über biologischen Pflanzenschutz und mechanische Unkrautbekämpfung.
5. Energie und Maschinen
- E-Mobilität: Umstieg auf akkubetriebene Kleingeräte (leiser, keine Abgase, CO2-neutral bei Ökostrom).
- Langlebigkeit: Bauweisen wählen, die 30 Jahre halten, statt nach 10 Jahren saniert werden zu müssen.