Landschaftsgärtner
 

Umweltschutz

Im modernen Garten- und Landschaftsbau ist Umweltschutz nicht mehr nur ein „Zusatz“, sondern oft gesetzliche Vorgabe und zentrales Verkaufsargument. 

1. Boden- und Gewässerschutz
Der Schutz der natürlichen Ressourcen ist auf jeder Baustelle Pflicht:

  • Mutterbodenschutz: Gemäß DIN 18915 muss der wertvolle Oberboden vor Verdichtung (durch schwere Maschinen) und Vermischung mit Unterboden geschützt werden. Er muss fachgerecht in Mieten gelagert werden.
  • Gewässerschutz: Beim Einsatz von Maschinen muss darauf geachtet werden, dass keine Betriebsstoffe (Öl, Benzin) in den Boden oder das Grundwasser gelangen (Einsatz von Bio-Ölen ist oft Standard).
  • Düngung und Pflanzenschutz: Wissen über den bedarfsgerechten Einsatz von Düngemitteln, um eine Nitratauswaschung ins Grundwasser zu verhindern.

2. Biodiversität und Artenschutz

  • Pflanzenauswahl: Verwendung von heimischen Gehölzen und Stauden, die als Nahrungsquelle für Insekten und Vögel dienen (Vermeidung von invasiven Neophyten).
  • Artenschutzrecht: Wissen über das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), besonders zum Thema Rückschnitt. Beispielsweise ist das radikale Roden von Hecken zwischen dem 1. März und 30. September zum Schutz brütender Vögel verboten.
  • Lebensraumschaffung: Bau von Trockenmauern, Totholzhaufen oder Blühwiesen als wichtige Biotope.

3. Klimaanpassung und Wassermanagement
Angesichts des Klimawandels sind intelligente Lösungen gefragt:

  • Entsiegelung: Einsatz von wasserdurchlässigen Belägen (Ökopflaster, Rasengitter), um das Mikroklima zu verbessern und die Kanalisation zu entlasten.
  • Regenwassernutzung: Bau von Zisternen oder Versickerungsmulden, um kostbares Regenwasser auf dem Grundstück zu halten, statt es abzuleiten.
  • Dach- und Fassadenbegrünung: Wissen über deren kühlende Wirkung (Vermeidung von Hitzeinseln) und Feinstaubbindung.

4. Abfallmanagement und Recycling
Nachhaltigkeit bedeutet auch Ressourcenschonung:

  • Kreislaufwirtschaft: Wiederverwendung von vorhandenen Materialien (z. B. alter Naturstein als Füllmaterial für Gabionen oder Schottertragschicht).
  • Fachgerechte Entsorgung: Trennung von Bauschutt, Erdaushub und Grünschnitt. Wissen über die Entsorgung von belasteten Böden oder Altholz.

5. Energieeffizienz und Emissionen

  • Akkutechnologie: Umstieg auf lärm- und abgasarme Akkugeräte (Mäher, Sägen, Laubbläser), besonders in bewohnten Gebieten oder sensiblen Zonen wie Krankenhäusern.
  • Torffreies Gärtnern: Verzicht auf torfhaltige Substrate zum Schutz der Moore (wichtige CO₂-Speicher).

6. Rechtliche Grundlagen

  • Eingriffsregelung: Wissen, wann eine Baumaßnahme (z. B. eine große Baumfällung oder massive Versiegelung) genehmigungspflichtig ist und welche Ausgleichsmaßnahmen erforderlich sind.