Landschaftsgärtner
 

Rasenbau

Beim Rasenbau geht es für den Landschaftsgärtner darum, eine strapazierfähige und optisch ansprechende Fläche zu schaffen, die über Jahre hinweg stabil bleibt. Da Rasen oft die größte Fläche im Garten einnimmt, führen Fehler bei der Bodenvorbereitung schnell zu Staunässe oder lückigem Wuchs.

1. Bodenvorbereitung (Das A und O)
Ein Rasen ist nur so gut wie sein Untergrund.

  • Tragfähigkeit und Durchlässigkeit: Der Boden muss so beschaffen sein, dass Wasser zügig abzieht, aber genug Feuchtigkeit für die Gräser gespeichert wird.
  • Bodenverbesserung: Einmischen von Sand (bei schweren Lehmböden zur Belüftung) oder Humus/Kompost (bei sandigen Böden zur Nährstoffspeicherung).
  • Feinplanum: Erstellen einer absolut ebenen Fläche ohne Senken (in denen sich Wasser sammelt) oder Hügel (die beim Mähen „skalpiert“ werden).

    2. Ansaat vs. Rollrasen
  • Ansaat: Auswahl der richtigen Regelsaatgutmischung (RSM) je nach Nutzung (z. B. RSM 2.3 für Spiel- und Sportrasen oder RSM 1.1 für Zierrasen). Wissen über Keimzeiten und den Schutz vor Vogelfraß oder Abschwemmung. (Rasenbaumschine)
  • Rollrasen (Fertigrasen): Schnelle Begrünung, aber logistisch anspruchsvoll. Der Rasen muss innerhalb von 24 Stunden nach der Schälung verlegt werden, um Erhitzung und Fäulnis zu vermeiden. Wichtig ist der feste Bodenschluss durch Anwalzen.
    3. Düngung und pH-Wert
  • Nährstoffbedarf: Kenntnisse über Stickstoff (Wachstum), Phosphor (Wurzelbildung) und Kalium (Widerstandsfähigkeit).
  • Bodenanalyse: Den pH-Wert bestimmen (ideal zwischen 5,5 und 6,5). Bei zu saurem Boden muss gekalkt werden, um Moosbildung vorzubeugen.
  • Starterdüngung: Ausbringung eines speziellen Düngers direkt bei der Aussaat oder Verlegung, um die Wurzelentwicklung zu beschleunigen.
    4. Bewässerungsmanagement
  • Anwachsphase: In den ersten 2–3 Wochen muss die Fläche konstant feucht gehalten werden (besonders bei Rollrasen, da die Wurzeln noch keinen Kontakt zum Unterboden haben).
  • Technik: Aufbau und Einstellung von temporären oder fest installierten automatischen Beregnungsanlagen (Bewässerung).

5. Erstpflege und Schnitt

  • Erster Schnitt: Erfolgt meist bei einer Halmlänge von ca. 8–10 cm. Der Rasen darf maximal um ein Drittel gekürzt werden (Ein-Drittel-Regel), um die Pflanze nicht zu schwächen.
  • Mähewerkstypen
  • Walzen: Einsatz einer Rasenwalze, um den Bodenschluss zu verbessern, ohne den Boden zu stark zu verdichten.

6. Wildblumenwiesen und Alternativen
Im modernen GaLaBau wird oft nach ökologischen Alternativen gefragt:

  • Anlage von Magerwiesen: Wissen über den radikalen Nährstoffentzug (Abmagerung mit Sand), damit Kräuter und Blumen gegen Gräser bestehen können