Landschaftsgärtner
 

Dachbegrünung 

  • Extensive Begrünung: Dünner Schichtaufbau (ca. 6–12 cm), pflegeleicht, meist Moose, Sedum oder Gräser. Gewicht ca. 50–150 kg/m². 
  • Intensive Begrünung: Wie ein echter Garten (Dachgarten) mit Rasen, Sträuchern oder Bäumen. Schichtaufbau ab 20 cm, hoher Pflegeaufwand und Gewicht (bis zu 500 kg/m² und mehr).

    1. Der fachgerechte Schichtenaufbau (von unten nach oben)
    Ein Fehler in der Reihenfolge führt fast immer zu teuren Wasserschäden:
  • Wurzelschutzfolie: Verhindert, dass Wurzeln die Dachabdichtung durchdringen (außer die Abdichtung ist bereits wurzelfest nach FLL).
  • Schutzvlies: Schützt die Wurzelschutzfolie vor mechanischen Beschädigungen.
  • Drainageschicht: Leitet überschüssiges Wasser ab (z. B. aus Noppenfolie, Kies oder Blähton), damit keine Staunässe entsteht.
  • Filtervlies: Verhindert, dass feine Bestandteile aus dem Substrat in die Drainage geschwemmt werden und diese verstopfen.
  • Substrat: Spezielle Erde für Dächer (leicht, speichert viel Wasser, sackt kaum zusammen). Niemals normale Gartenerde verwenden!
  • Vegetation: Saatgut, Flachballenpflanzen oder fertige Vegetationsmatten.
    2. Was technisch beachtet werden muss
  • Statik: Das wichtigste Thema. Ein Gärtner darf niemals ohne Freigabe des Statikers Substrat aufschütten, besonders bei wassergesättigtem Zustand (Maximalgewicht!).
  • Absturzsicherung: Ab einer gewissen Höhe sind Geländer oder Anschlagpunkte für Sicherheitsgeschirre (PSA) während der Bau- und Pflegephase Pflicht.
  • Entwässerung: Dachabläufe und Notüberläufe müssen immer frei von Vegetation und Substrat bleiben (Kiesstreifen/Kontrollschächte).
  • Windsog: In exponierten Lagen müssen Matten oder Platten gegen Verwehung gesichert werden.
    3. Regelwerke

Die Bibel für diesen Bereich sind die FLL-Dachbegrünungsrichtlinien. Sie definieren alle Qualitätsstandards für Planung, Ausführung und Pflege.

    4. Pflegeunterschiede
  • Fertigstellungspflege: Wässern und Unkraut jäten, bis die Fläche zu ca. 80-90% bedeckt ist.
  • Entwicklungs- und Unterhaltungspflege: Bei extensiven Dächern meist nur 1-2 Kontrollgänge pro Jahr (Düngen, Abläufe prüfen, Fremdbewuchs entfernen).