Landschaftsgärtner
 

Durchführung von Gehölzschnittarbeiten

1. Zielsetzung (Das „Warum?“)
Der Rückschnitt erfolgte aus folgenden Gründen:

  • Vitalisierung: Entfernung von totem oder krankem Holz, um Platz für neue Triebe zu schaffen.
  • Lichteinfall: Auslichten der Krone, damit auch inneres Laub und Früchte genügend Licht erhalten.
  • Formgebung: Begrenzung des Wachstums (z. B. bei Hecken) oder Erhalt der typischen Wuchsform.
  • Sicherheit: Entfernung von bruchgefährdeten Ästen (Verkehrssicherungspflicht).

2. Zeitpunkt (Das „Wann?“)
Der Schnittzeitpunkt wurde nach der Art des Gehölzes und gesetzlichen Vorgaben gewählt:

  • Winterschnitt: Bei den meisten Laub- und Obstgehölzen in der Saftruhe (Januar/Februar), um den Austrieb im Frühjahr zu fördern.
  • Sommerschnitt: Zur Beruhigung des Wachstums oder bei stark blutenden Arten (z. B. Walnuss, Ahorn).
  • Gesetzliche Frist: Gemäß § 39 Bundesnaturschutzgesetz sind starke Rückschnitte und Rodungen nur vom 1. Oktober bis zum 28. Februar erlaubt (Vogelschutz).

3. Durchführung (Das „Wie?“)
Beim Schnitt wurden folgende fachliche Regeln angewandt:

  • Werkzeugwahl: Einsatz von scharfen Bypass-Scheren für saubere Schnitte und Astsägen für stärkere Durchmesser. Saubere Schnittflächen verhindern das Eindringen von Pilzen.

Schnittführung:

  • Schnitt kurz oberhalb einer nach außen gerichteten Knospe (Auge), leicht schräg abfallend, damit Regenwasser ablaufen kann.
  • Ableiten: Einkürzen eines Astes auf einen kräftigen Seitenast.
  • Auf Astring schneiden: Beim Entfernen ganzer Äste wurde der „Astring“ (die Wulst an der Basis) stehen gelassen, da hier die Wundheilung am besten erfolgt.
  • Heckenschnitt: Die Hecke wurde im Trapezprofil geschnitten (unten breiter als oben), damit auch die unteren Zweige Licht bekommen und die Hecke nicht von unten her verkahlt.

4. Entsorgung und Abschluss
Das Schnittgut wurde mit dem Häcksler zerkleinert oder auf einen Anhänger verladen und fachgerecht kompostiert. Größere Wunden (über 5-10 cm Durchmesser) wurden bei Bedarf nur am Rand (Wundwall) behandelt, wobei moderne Baumpflege heute meist auf einen kompletten Wundverschluss verzichtet, um die natürliche Abschottung nicht zu behindern.


Fachbegriffe für dein Berichtsheft:

  • Astring: Die ringförmige Verdickung am Astansatz (enthält teilungsfähiges Gewebe zur Wundheilung).
  • Bypass-Schere: Schere mit zwei aneinander vorbeigleitenden Klingen (für präzise, quetschfreie Schnitte).
  • Trapezschnitt: Schnittform bei Hecken zur Vermeidung von Lichtmangel im unteren Bereich.
  • Wasserschosser: Steil nach oben wachsende, meist unerwünschte Triebe (oft nach zu starkem Rückschnitt).

Eingesetzte Maschinen/Werkzeuge:

  • Gartenschere (Bypass), Astschere, Handsäge (z. B. Klappsäge).
  • Motorheckenschere (bei Hecken).
  • Leiter oder Hubsteiger, ggf. Schredder.

Tipp für die Skizze

Zeichne den korrekten Schnitt am Astring (nicht zu nah am Stamm, aber auch keinen "Kleiderhaken" stehen lassen). Eine weitere Skizze könnte das Trapezprofil einer Hecke zeigen.