Landschaftsgärtner
 

Aufbau einer extensiven Dachbegrünung (Mehrschichtbauweise)

1. Einleitung und Zielsetzung
Gegenstand des Berichts ist der fachgerechte Schichtaufbau einer extensiven Dachbegrünung. Im Gegensatz zur intensiven Begrünung zeichnet sich die extensive Variante durch eine geringe Aufbauhöhe (ca. 5–15 cm), ein niedriges Eigengewicht und die Verwendung robuster, trockenheitsresistenter Pflanzen aus. Ziel des Aufbaus ist es, einen dauerhaften Lebensraum für Pflanzen zu schaffen und gleichzeitig die Dachkonstruktion vor mechanischen Einflüssen und UV-Strahlung zu schützen.

2. Der Schichtaufbau (von unten nach oben)
Der Regelaufbau erfolgt in funktional getrennten Schichten gemäß den Flachdachrichtlinien und FLL-Richtlinien:

  • Wurzelschutzfolie: Falls die vorhandene Dachabdichtung nicht wurzelfest ist (z. B. bei herkömmlichen Bitumenbahnen), bildet eine Wurzelschutzfolie die Basis, um das Eindringen von Wurzeln in die Dachsubstanz zu verhindern.
  • Schutzvlies / Schutzlage: Ein mechanisch hoch belastbares Vlies schützt die Abdichtung vor Beschädigungen während der Bauphase und speichert zusätzlich einen Teil des Niederschlagswassers.
  • Dränschicht (Drainage): Diese Schicht sorgt für die Ableitung von Überschusswasser, um Staunässe zu vermeiden. Sie kann aus mineralischen Schüttstoffen (Lava, Blähton) oder Kunststoff-Dränelementen (Noppenmatten) bestehen. Viele moderne Dränelemente fungieren gleichzeitig als Wasserspeicher.
  • Filtervlies: Das Filtervlies trennt die Dränschicht von der Substratschicht. Es verhindert, dass Feinanteile aus dem Substrat in die Drainage geschwemmt werden und diese mit der Zeit verstopfen (Verschlämmung).
  • Vegetationstragschicht (Substrat): Als Wachstumsmedium wird ein spezielles Extensiv-Substrat verwendet. Dieses besteht überwiegend aus mineralischen Bestandteilen (Lava, Bims, Ziegelsplitt) und einem geringen organischen Anteil. Es muss strukturstabil, wasserdurchlässig und gleichzeitig speicherfähig sein.
  • Vegetationsschicht: Den Abschluss bildet die Bepflanzung, meist bestehend aus Sedum-Arten (Fetthenne), Kräutern und Gräsern. Die Ausbringung erfolgt durch Sprossenaussaat, Flachballenpflanzen oder vorgefertigte Vegetationsmatten.

3. Fachliche Besonderheiten
Bei der Ausführung wurde besonders auf die Sicherung der Entwässerungseinrichtungen (Dachabläufe) geachtet. Diese müssen dauerhaft von Substrat und Aufwuchs freigehalten werden, beispielsweise durch Kontrollschächte mit Kiesfang. Zudem ist auf die maximale Dachlast (Statik) zu achten, da ein wassergesättigter Aufbau ein Gewicht von ca. 50 bis 170 kg/m² erreichen kann.


Tipp für dein Berichtsheft: 

Eine kleine beschriftete Profilskizze des Schichtaufbaus verdeutlicht die Funktionen der einzelnen Lagen besonders gut.