Pflanzung eines Großbaumes
1. Vorbereitung und Pflanzgrube
- Zuerst wurde die Pflanzgrube ausgehoben. Als Faustregel galt: Doppelte Breite und 1,5-fache Tiefe des Ballens.
- Sohlauflockerung: Der Boden der Grube wurde mit der Grabegabel tiefgründig gelockert, um Staunässe zu vermeiden und das Anwurzeln im gewachsenen Boden zu erleichtern.
- Substrat: Der Erdaushub wurde bei Bedarf mit Bodenverbesserungsmitteln (z. B. Kompost oder Pflanzsubstrat) gemischt.
2. Ballenvorbereitung und Setzen
Der Baum wurde mit dem Radlader/Bagger vorsichtig an die Grube transportiert.
- Einbautiefe: Wir haben darauf geachtet, den Baum nicht zu tief zu setzen. Der Ballen schloss bündig mit der Geländeoberfläche ab ("Lieber zu hoch als zu tief").
- Drahtballierung: Nachdem der Baum gerade ausgerichtet war, wurde der Drahtkorb im oberen Drittel gelöst und das Jutegewebe aufgeschlagen. Der Draht wurde jedoch nicht entfernt, um den Ballen nicht zu beschädigen (er verrottet im Boden).
3. Verankerung (Varianten)
- Um den Baum gegen Windlasten zu sichern, wurde eine Verankerung erstellt:
- Variante A (Dreibock): Drei kesseldruckimprägnierte Pfähle wurden außerhalb des Ballens in den gewachsenen Boden geschlagen. Die Verbindung zum Stamm erfolgte über Baumanbinder (Kokosstrick oder Gurtband) in Form einer Achterschlinge, um Scheuerstellen zu vermeiden.
- Variante B (Unterflurverankerung): Falls eine sichtbare Stütze nicht gewünscht war, haben wir Erdanker oder Holzbalken im Boden versenkt und den Ballen mit Spanngurten fest im Grubengrund fixiert.
4. Verfüllen und Gießrand
Die Pflanzgrube wurde lagenweise mit dem vorbereiteten Substrat verfüllt und vorsichtig angetreten (nicht feststampfen, um Porenraum zu erhalten).
- Gießrand: Um den Stamm wurde aus überschüssiger Erde ein ca. 10–15 cm hoher, stabiler Gießrand geformt. Dieser stellt sicher, dass das Gießwasser direkt an den Ballen gelangt und nicht oberflächlich abfließt.
- Einschlämmen: Direkt nach der Pflanzung wurde der Baum mit reichlich Wasser eingeschlämmt, um Hohlräume zwischen Ballen und Grubenwand zu schließen und den Bodenschluss herzustellen.
5. Fertigstellungspflege
Zum Schutz vor Frost- und Spannungsrissen durch Sonneneinstrahlung wurde der Stamm mit einem Stammschutzanstrich (weiß) versehen oder mit einer Schilfrohrmatte umwickelt.
- Fachbegriffe für dein Berichtsheft:
- Standraum: Der für die Wurzeln zur Verfügung stehende Platz.
- Verdunstungsschutz: Schilfrohrmatte oder Anstrich für den Stamm.
- Bodenschluss: Kontakt zwischen Wurzelballen und umgebender Erde (wichtig für die Wasseraufnahme).
- Kronenschnitt: Ggf. wurde ein Pflanzschnitt durchgeführt, um das Verhältnis von Wurzelmasse zu Blattfläche auszugleichen.
- Eingesetzte Maschinen/Werkzeuge:
- Radlader oder Bagger (Hebegurt verwenden!).
- Vorschlaghammer (für Pfähle), Baumsäge, Grabegabel, Spaten.
- Wasserwagen / Standrohr.
Tipp für die Skizze:
Zeichne einen Schnitt durch die Pflanzgrube. Markiere die gelockerte Sohle, den Drahtballen (oben offen), die Pfahlverankerung und den Gießrand.