Landschaftsgärtner
 

Gefälleberechnung und -herstellung bei einer Pflasterfläche

1. Einleitung und Zielsetzung
Um den kontrollierten Abfluss von Oberflächenwasser sicherzustellen und Staunässe oder Frostschäden zu vermeiden, muss jede Pflasterfläche mit einem ausreichenden Gefälle geplant und gebaut werden. Im vorliegenden Fall wurde eine Terrasse mit einem Regelgefälle von 2 % angelegt. Das Gefälle wurde dabei stets vom Gebäude weg in Richtung einer Entwässerungsrinne bzw. der Grünfläche geführt.

2. Die mathematische Berechnung
Ein Gefälle von 2 % bedeutet, dass die Fläche pro 1,00 m Länge um 2 cm abfällt. 

Die Formel zur Berechnung des Höhenunterschieds lautet:
Höhenunterschied (h) = Distanz (L) × Gefälle (i)

  • Beispiel: Bei einer Terrassenlänge von 4,50 m ergibt sich:
  • 4,50 m x 0,02 (2%)= 0,09m = 9 cm

3. Arbeitsausführung in der Praxis
Die Umsetzung erfolgte mithilfe eines Schnurgerüsts und einer Nivellierlatte:

  1. Festlegen des Fixpunktes: Als Ausgangspunkt (± 0,00) diente die Unterkante der Terrassentür bzw. der Anschluss an die Hausfassade.
  2. Übertragen der Höhe: Mit einem Nivelliergerät (oder einer Schlauchwaage/Richtlatte) wurde die waagerechte Flucht auf die gegenüberliegenden Schnurböcke übertragen.
  3. Einmessen des Gefälles: Von diesem waagerechten Punkt aus wurde die Schnur an den äußeren Schnurböcken um den errechneten Wert (im Beispiel 9 cm) nach unten versetzt und fest gespannt.
  4. Kontrolle der Tragschichten: Das Gefälle wurde bereits beim Einbau des Schotterplanums (Frostschutzschicht) und der Bettung berücksichtigt. Mit einer Setzlatte und einer Wasserwaage (Gefällewasserwaage) wurde geprüft, ob das Planum parallel zur Schnur verläuft.
  5. Abziehen des Planums: Die Abziehlehren für das Pflasterbett wurden so eingerichtet, dass sie exakt das 2 %-Gefälle widerspiegelten.

4. Fachliche Besonderheiten
Mindestgefälle: Bei glatten Belägen (Großformatplatten) reichen oft 1,5 % aus, bei rauem Pflaster (Naturstein) sind teils 2,5 % bis 3 % nötig, um die Oberflächenspannung des Wassers zu brechen.

  • Toleranzen: Es wurde darauf geachtet, dass nach dem Abrütteln der Fläche das Gefälle nicht durch Setzungen unter den Mindestwert fällt.

5. Ergebnis
Durch das präzise angelegte Gefälle ist gewährleistet, dass Niederschlagswasser zügig abfließt. Dies schützt das Mauerwerk des Gebäudes vor Feuchtigkeit und verhindert die Bildung von Algen oder Moos in den Fugen durch stehendes Wasser.


Tipp für dein Berichtsheft: 

Eine kleine Skizze mit einer Hauswand, einer 100 cm langen Linie und einem Höhenversatz von 2 cm am Ende verdeutlicht das Prinzip perfekt.