Landschaftsgärtner
 

Teichbau

Beim Teichbau vereinen sich Erdbau, Abdichtungstechnik und Biologie. 


1. Standortwahl und Planung

  • Lichtverhältnisse: Ideal sind 4–6 Stunden Sonne am Tag. Zu viel Sonne führt zu Algenplagen, zu wenig lässt Wasserpflanzen verkümmern.
  • Baumbestand: Abstand zu Laubbäumen halten, um Nährstoffeintrag (Blätter) und Wurzelschäden an der Folie zu vermeiden.
  • Zonenmodell: Einteilung in Sumpfzone (0–10 cm), Flachwasser (10–40 cm) und Tiefwasserzone (mind. 80–100 cm, damit der Teich im Winter nicht bis zum Grund zufriert).

2. Erdbau und Profilierung

  • Kapillarsperre: Das wichtigste technische Detail. Ein umlaufender Graben verhindert, dass das angrenzende Erdreich oder Wurzeln Wasser aus dem Teich "saugen".
  • Terrassierung: Stufenförmiger Aushub, damit Pflanzkörbe Halt finden und das Substrat nicht in die Tiefzone rutscht.
  • Waagerechter Rand: Der gesamte Teichrand muss absolut im Wasser (Nivelliergerät!) liegen, damit die Folie später nirgendwo unschön herausragt.

3. Abdichtung und Materialien

  • Unterbau: Entfernen von Steinen/Wurzeln, gefolgt von einer Sandschicht und einem Schutzvlies (mind. 300 g/m²), um die Folie zu schützen.
  • Folienarten:
  • PVC: Preiswert, gut zu verschweißen, aber weniger langlebig und enthält Weichmacher.
  • EPDM (Kautschuk): Sehr langlebig, extrem dehnbar und UV-beständig (der heutige Standard im Profibereich).
  • Verlegen: Faltenbildung minimieren und bei größeren Teichen die Folie fachgerecht verschweißen oder verkleben.

4. Technik und Wasserqualität

  • Filteranlagen: Auswahl zwischen Druckfiltern (für kleine Teiche) und Durchlauffiltern oder Trommelfiltern (für Fischbesatz/Koiteiche).
  • Pumpen: Berechnung der Umwälzrate (der Teichinhalt sollte ca. alle 2–4 Stunden den Filter passieren).
  • Skimmer: Oberflächenabsauger, um Blätter und Blütenstaub zu entfernen, bevor sie auf den Grund sinken und faulen.

5. Bepflanzung und Biologie

  • Repositionspflanzen: Einsatz von Pflanzen wie Schilf oder Seggen zur Nährstoffaufnahme und Wasserreinigung.
  • Unterwasserpflanzen: Wichtig für die Sauerstoffproduktion (z.B. Hornblatt oder Wasserpest).
  • Substrat: Verwendung von nährstoffarmem Teichsubstrat (Sand-Kies-Gemisch), um Algenwachstum nicht durch zu viel Dünger zu fördern.

6. Sicherheit (Verkehrssicherungspflicht)
Kindersicherung: Kunden über die Gefahren aufklären (z.B. Zäune oder unter der Wasseroberfläche gespannte Gitter bei kleinen Kindern).